Die Reise

Die Bilder

24.7.2020

Abfahrt um 16:00 von Tulln über A1 nach Passau und auf der A3 bis kurz nach Würzburg auf die A7. Alles geht problemlos bis auf ein paar Baustellen und gewitterbedingten Starkregen. In Deutschland wird kurz nach der Grenze kontrolliert – aber mehr Alibi als sonst was. Gegen 22:30 übernachten wir auf einer Autobahnraststelle. Trotz des Lärms schlafen wir sehr gut.

25.7.2020

Evas Geburtstag. Vor lauter Reisefieber vergesse ich in der Früh zu gratulieren. Um ca. 8:00 sind wir wieder auf der A7 Richtung Norden unterwegs. Es geht zügig voran – bis vor Hannover. Endloser Stopp and Go Verkehr durch Baustellen und Verkehrsüberlastung. Das zieht sich so bis nach Hamburg. Gegen 18:00 sind wir an der Ostseeküste bei Flensburg, es schüttet in Strömen und wir suchen nach einem Stellplatz auf einen der unzähligen Campingplätze. Vergebens – alles macht Urlaub an der Ostsee. Nach einigen Versuchen geben wir den Traum vom Ostseestrand auf und finden in der Nähen von Flensburg doch einen schönen Campingplatz, der recht locker belegt ist. Am Abend kommt auch noch die Sonne heraus und wir essen im Freien.

26.7.2020

Heute ist Ruhetag. Die halbe Nacht und bis Mittag regnet es heftig. Nachmittags verziehen sich die Wolken und wir genießen die Sonne. Gegen Abend trifft dann Christian am Platz ein.

27.7.2020

Gegen 10:00 starten wir Richtung dänischer Grenze. Es wird nur oberflächlich kontrolliert, als wir die Frage nach Urlaub in Dänemark verneinen und nur durchreisen, werden wir durchgewunken. Die 350km bis nach Hirtshals ziehen sich mächtig. Sehr viel Schwerverkehr ist unterwegs. Nachmittag checken wir dann auf den uns schon bekannten Campingplatz Thornby ein. Danach fahren wir mit den Autos an den endlosen Sandstrand. Die Kaffeepause dort fällt kurz aus, da das Wetter mehr als unfreundlich ist. Als wir die Autos am Campingplatz abstellen beginnt es wieder zu regnen und der Wind pfeift ordentlich. Dementsprechend früh sind wir auch in den Schlafsäcken.

28.7.2020

Tag der Abfahrt mit der Fähre. Die halbe Nacht hat es wieder geregnet. Als wir in den Hafen fahren beginnt es waagrecht zu schütten. So ein bescheidener Sommer!
Wir sind gespannt wie das mit den Covid Test ablaufen soll. Laut Smiryl Line sollten wir vor der Abfahrt ein Email mit einem Registrierungslink und der anschließenden Bezahlung bekommen. Nichts!
Wir stellen uns im Hafen an und beim Check in frage ich wie das mit den Tests abläuft. Die Dame am Schalter drückt uns 2 Formulare in die Hand, die nur eine Datenschutzerklärung sind und wir sollen auf die Lane 20 fahren, da werden wir getestet. Gesagt, getan. In der Reihe 20 warten ein paar lustige Gestalten, die unser Bordkarten scannen und einen Rachenabstrich machen. Den Datenschutzzettel sollen wir an der Schiffsrezeption abgeben. Das war es und ruck zuck stehen wir auf der Fähre.
Die Fährpassage erweist sich als sehr rau – zumindest bis Mittwochmittag. Laut Schiffsbesatzung gab es 6 Meter Wellen und die Autos wurden niedergehängt. Das halbe Schiff war seekrank und überall lagen Speibsackerl zur freien Entnahme.
Das Schiff ist nur zu 40% belegt. Somit ist Abstand halten kein Problem.

30.7.2020

Fast pünktlich kommen wir in Seydisfjördur an. Wir sind gespannt wie es da mit den Kontrollen am Zoll aussieht. Auch diesmal sind wir rasch aus dem Schiff und beim Zoll. Der Zöllner will nicht mal unser Pässe sehen und winkt uns durch.
Am Pass nach Egilsstadir machen wir Kaffeepause und hoffen dass danach die Reisekarawane bereits Egilsstadier verlassen hat und wir gemütlich einkaufen können. Das war auch so.
Über die Strasse 93 fahren wir nach Borgarfjödur und ein Stückchen weiter zu den Papageientauchern.

Das Wetter ist traumhaft und wir schießen zig Fotos von den kleinen, putzigen Vögeln. Als Tagesabschluss probieren wir die F946 Richtung Husavik. Die Piste zieht sich wunderschön durch das Tal nach hinten und steigt dann steil an. Oben am Sattel fahren wir im Nebel und hinunter wird es auch nicht besser. In Husavik drehen wir um und fahren den Weg zurück. In Borgarfjödur übernachten wir am schönen Campingplatz.

31.7.2020

Guten Morgen bei 6 Grad und Regen. Das macht Spaß!  Gefrühstückt wird im Auto bei laufender Heizung. Das Wetter bleibt den ganzen Tag bescheiden. Kalt, Regen und Sturm. So fahren wir die meiste Zeit. Nur kurze Fotostops und die Schönheit der Landschaft können wir nur durch den dichten Nebel erahnen – leider. In Vopnafjördur gehen wir Autowaschen, nachdem die F Straßen mehr als dreckig sind und leisten sich einen Americano auf der Tankstelle. Dies befriedigt uns nicht sehr, so dass wir ins örtliche Cafe auf ein Cabatta und ein Cola gehen. Corona ist mit all seinen Maßnahme allgegenwärtig.

Nach Vopnafjödur wollen wir das Laug besuchen – leider kein Einlass da laut Coronavorschriften voll belegt. Wir könnten warten, bis Gäste gehen. Das machen wir nicht und fahren weiter die 85 nach Bakkafjördur. Der Campingplatz ist sehr unwirtlich und so fahren wir weiter nach Porshöfn. Dier Platz ist nicht die Welt, aber was soll es. Nachdem der Wind sehr stark ist, müssen wir das Klappdach geschlossen halten. Schlafen in der Sardinenbüchse ist angesagt. Eine warme Fischsuppe ist das Abendessen. Der Sanitärcontainer ist passabel, aber angesichts des Sturms und der Temperaturen beschließen wir die Dusche auf Morgen früh zu verschieben.

1.8.2020

Der Tag beginnt trocken und etwas weniger stürmisch – aber doch. Nach der gründlichen Morgenpflege inklusive Dusche wird ein kurzes Frühstück in Christans Panoramaschenke eingenommen. Danach geht es der 85 folgend nach Raufarhöfen zu dem Steinkreis. Schaut im Nebel sehr mystisch aus. Das Wetter ist weiterhin unfreundlich und so erreichen wir den nördlichsten Festlandpunkt von Island, Hraunhafnartangi nach einer halbstündigen Wanderung. So sieht es also am Ende der Welt aus, Sturm, Nebel und unendlich viele Seevögel.

Als sich die 85 wieder nach Süden neigt, kommt ganz schüchtern die Sonne etwas durch die Wolken. Dies nützen wir gleich für einen Strandkaffee.

Ziel ist heute Asbygi. Wir checken an dem wirklich schönen Campingplatz ein und starten gleich eine ca. 7km lange Rundwanderung durch die Schlucht. Am Ende der Schlucht ist ein Parkplatz und ein mickriger Wasserfall. Nur Isländer sind da. Wir hatschen 2 Stunden durch schöne Wälder und beenden den Tag bei Spagetti. Der Campingplatz wird am Abend wegen Überfüllung geschlossen (Covid) es sind ca. 30 Fahrzeuge am Platz und es ist leer. Gefühlt 10% Belegung. Es gibt aber die Beschränkung auf 100 Personen pro Campingplatz.

2.8.2020

Wir kaufen noch bei der Tankstelle Asbyrgi ein und machen uns dann über die F864 am Wege zu den großen Wasserfällen Hafragilsfoss, Dettifoss, Sellfos. Es ist sehr wenig los und wir sind zeitweise alleine und genießen das Naturwunder.
Danach haben wir die F88 ins Hochland geplant. Ich war der Meinung, dass kurz vor der 1er eine Tankstelle ist, leider nein. Also fahren wir 30 km nach Reykjahlid tanken und dann wieder retour zur F88.
Nach den ersten Kilometern verliere ich Christan aus dem Rückspiegel. Wir warten, keiner kommt.  Also zurück und suchen. Einige Kilometer zurück sitzt er niedergeschlagen im Landcruiser und meint die Kopfdichtung ist hin, da der Landcruiser weis raucht. Ich sage ihm,  er soll nochmals starten und Gas geben – kein Rauch und Kühlwasserstand ist auch ok. Er schaltet dann vom Zusatztank auf den Haupttank um, um zu schauen, ob dies mit den Tankspielen zu tun hat. So fahren wir ohne ersichtliche Probleme bis zum rudimentären Campingplatz bei der Herdubreid. Hier verbringen wir die Nacht und die Rangerin hat uns für 9 Uhr einen Lavawalk angeboten, den wir gerne annehmen.

3.8.2020

Nach einem Stehfrühstück mit vielen Fliegen starten wir den ca. 1,5 Stunden langen Rundgang durch das Lavafeld. Wir plaudern über viele Dinge mit der Rangerin und die Zeit vergeht Ruckzuck.

Am Ende der Rundwanderung sehen wir uns das Wasserpumpwerk an. Es ist ein Widder Pumpwerk, das komplett ohne Strom arbeitet, nur mit der Kraft des Wassers. Es ist wahrscheinlich schon 100 Jahre alt und funktioniert noch immer.
Der Wege führt uns dann über die F88, F910 und F902 nach Kverkfjöl. Eine wunderbare, einsame Lavalandschaft. Genau beim Gletscher Kverkfjöl  hat der HILUX 300.000 km am Tacho. Ein würdiger Ort für das Jubiläum.
Dann geht es wieder über die F902, F910 zurück bis zum Dreki Camping bei der Askja. Wir wollen am nächsten Tag über die F910 Nord, F26 und F752 nach Laugafell und am Tag darauf über F881 und F26 wieder raus auf die 1er.

Am Abend eröffnet uns Christian, dass der Landcruiser kein Gas annimmt  und nur im unteren Drehzahlbereich normal geht. Meine Diagnose – Dieselfilter, der Motor bekommt zu wenig Diesel. Ich habe einen Reservefilter mit und wir versuchen den Filter am Campingplatz zu wechseln. Trotz aller Anstrengungen und Tricks bekommen wir den Filter nicht auf. Nach einigem hin und her beschließen wir, nächsten Tag wieder aus dem Hochland direkt rauszufahren und eine Werkstatt zu suchen. 2 anspruchsvolle Tagesetappen  Hochland mit einem angeschlagenen Auto erscheinen uns zu riskant.

4.8.2020

Es hat in der Nacht wieder einmal geregnet und bei 7 Grad fällt das Frühstück eher kurz aus. Christian fährt voraus, nur bei den Furten fahre ich voran, damit ich ihn gegebenen Falls durchziehen kann. Aber alles läuft glatt und wir erreichen die 1er. Mit reduzierter Geschwindigkeit kommen wir dann endlich nach Reykjahlid, wo gleich neben der Information eine kleine Werkstätte ist.
Trotz aller Hilfsmittel geht der Filter nicht auf. Also bauen wir die gesamte Filterbaugruppe aus und spannen diese in den Schraubstock ein. Mit einer Rohrzange und einen Ölfilterschlüssel gelingt es mit vereinten Kräften den Filter abzuschrauben. Die Werkstätte hat sogar einen Ersatzfilter den wir montieren. Die Filtergruppe eingebaut, alles angeschlossen, viel mit der händischen Dieselpumpe gepumpt und der Landcruiser läuft wieder.
Wir haben nun nach Husavik umdisponiert und wollen dort eine Walsafari machen. Das Walmuseum ist sehr interessant. Leider ist der Campingplatz schon um 15:30 wegen „Überfüllung“ geschlossen.

Wir fahren ca. 20 km zurück zu einem Campingplatz in einem Geothermalgebiet mit Schwimmbad. Hier ist noch genug Platz. Eva und ich wollen um 20:00 eine Walsafari machen und fahren nochmals nach Husavik. Das Kartenbüro erklärt uns, dass der ganze Fahrplan wegen Covid nicht gilt und die Fahrten für heute alle ausgebucht sind. Wir können aber gerne für morgen buchen. Das lassen wir aber auf Grund der Wetterprognosen sein und fahren zum örtlichen Netto Markt um noch einzukaufen. Als wir zum Parkplatz einbiegen, sehen wir eine Schlange am Eingang stehen und fahren ohne anzuhalten, gleich wieder zum Campingplatz zurück. Dort hüpfen wir ins Badegewand und lassen den Tag im 40 Grad Laug ausklingen.

5.8.2020

Die ganze Nacht hat es geregnet und es regnet immer noch. Es soll aber laut Prognose am Nachmittag besser werden. Im Regen fahren wir nach Akureyri. Hier wollen wir etwas einkaufen gehen und dann über die F821 nach Laugafell fahren und nächsten Tag über die F26 wieder raus.
Ganz Akureyri ist stromlos. Alle Geschäfte haben zu. In einem Cafe gibt es noch Filterkaffee gegen Barzahlung. Auch tanken ist nicht möglich, ein kleines Blackout, aber die Isländer nehmen es gelassen. Ich habe noch genug Diesel für die geplante Hochlandrunde. Über gatschige Pisten get es Richtung Laugafell und plötzlich ein Kette über die Piste mit „loakd“ – geschlossen. Scheisse, was nun? Keine alternative Route biete sich an. Also zurück nach Akureyri. Meine Stimmung ist im Keller. Scheiß Wetter und keines unserer Vorhaben klappt.
Als wir nach Akureyri zurückkommen ist der Strom wieder da. Um meinen Frust etwas abzubauen bleibe ich bei einem Einkaufszentrum stehen und wir überfallen den Nettomarkt – es wurde teuer.
Danach auf die Tankstelle Autowaschen und tanken. Nachdem daneben gleich ein Toyota Händler war, hat Christian sich einen Reserve Dieselfilter gekauft. Wer weis!

Tagesziel ist nun Dalvik. Hier wollen wir unser Walsafari Glück nochmals versuchen. Online für 6.8. 9:00 Uhr gebucht – passt.

Der Campingplatz ist nur spärlich belegt. Nach dem Abendessen machen wir noch eine Runde durch den Ort und fallen dann in die Schlafsäcke.

6.8.2020

Um 7:00 Uhr läutet der Wecker. Das Wetter zeigt sich sehr gut und Windstill ist es auch. Um 8:30 sind wir beim Walewatching Büro und fassen unsere Thermo Overalls aus. Pünktlich um 9:00 Uhr geht’s los. Es sind ca. 30 Personen auf dem schönen Holzkutter – genug Covid Platz!

Nach ca. 45 Minuten erschallt das erste Kommando: „ Wal  auf 1 Uhr“. Alle stürzen zur Reling und suchen den Wal. Tatsächlich bekommen wir auf der 3 stündigen Fahrt mehrere Buckelwale und  weiße Delphine zu sehen. Zum Abschluss der Tour gibt es noch heisse Schokolade und Kekse.

Wieder an Land, machen wir noch Mittag im Cafe der 3 verrückten Brüder in Dalvik. Es gibt ausgezeichnete Fischsuppe.

Danach treffen wir Christian wieder auf der alten 82er und wollen dann zu Greteslaug fahren. Dieser Platz ist uns wunderschön von 2014 in Erinnerung. Bei der Anfahrt regnet es natürlich wieder und die Autos schauen wieder einmal voll eingesaut aus. Bei Greteslaug hat sich einiges geändert. Camping kostet 1500 Kronen und der Zutritt zum warmen Becken wurde abgesperrt und kostet 2000 Kronen extra. Da spielen wir nicht mit und fahren wieder. Tagesziel ist nun Blönduös. Hier waschen wir wieder mal die Autos und checken gleich gegenüber am schönen Campingplatz ein. 1500 Kronen mit Dusche und freier Waschmaschine. Perfekt!

Als Abendessen gibt es gegrillte Lachsforellenfilets mit Erdäpfel. Den Tag beschließen wir mit einem kleinen Abendspaziergang.

7.8.2020

Die ganze Nacht hat es wieder geregnet. Zum Frühstück ist es trocken und wir essen draußen. Kaum zusammengepackt beginnt es wieder zu regnen. Dies sollte die nächsten 24 Stunden so bleiben.

Hvitskerkur sehen wir bei Flut grau in grau. Ein paar Fotos und wieder zurück ins warme Auto. Von Seals ist auch keine Spur, so fahren wir durch bis Hvammstangi. Zuerst mal wieder Autowaschen und dann zur örtlichen Wollmanufaktur wo wir Pullover und Weste kaufen – erinnert uns ans Frustkaufen bei Dahle of Norway. Danach wollen wir noch auf einen Kaffee gehen, aber leider geschlossen. So fahren wir weiter. Nach einigen Kilometern überholt uns Christian und meint wir haben etwas beim hintern Stoßdämpfer verloren. Tatsächlich hab ich die Befestigungsschraube des Dämpfers an der Hinterachse verloren – ein Opfer der hunderten Rüttelpistenkilometer.

Nach kurzen hin und her beschließen wir wieder zurück nach Hvammstangi zu fahren., wo wir einige rustikale Werkstätten gesehen haben. Bei einer Werkstätte wird der Schaden begutachten und wir sollen gleich auf die Montagegrube fahren. Nach einigen Minuten suchen in den verschiedenen Wühlkisten ist der passende Schrauben und die Gummibefestigungen des Dämpfers gefunden und eingebaut. Nach einer Viertelstunde, 5000 Kronen (30€) und 3 Bier fahren wir mit reparierten Dämpfer weiter. Die Werkstätten sind so was von unkompliziert und improvisieren wo es nur geht. Da können wir noch was lernen.

Nachdem es nur regnet, beschließen wir heute Kilometer zu machen und wollen noch nach Nordurfjödur. Die Piste zieht sich endlos, aber irgendwann erreichen wir das Ziel. Der Campingplatz ist überseht mit Wasserlachen. Auf einen Grashügel schlagen wir unser Quartier auf. Christans Landcruiser macht wieder Zicken, das gleiche Phänomen wie in Askia. Mit dem Zusatztank bekommt er zu wenig Diesel. Wir verschieben den Filtertausch auf morgen. Seine Stimmung ist dementsprechend. Es gibt einen  großen Aufenthaltsraum mit kompletter Küche. Hier bereiten wir unser Abendessen, Lammkotelette mit Gemüse zu. Eine Isländische Familie nutzt ebenfalls den Raum und wir haben einen netten Abendplausch.

8.8.2020

In der Nacht habe ich den Einfall von Dieselpest, bin aber zu Müde um zu Googlen. In der Früh schaue ich im Internet nach und tatsächlich würde dies auf die Symptome zutreffen. Die ganze Nacht hat es wieder geregnet, was sonst.  Frühstück nehmen wir wieder im Aufenthaltsraum ein und besprechen das Thema Dieselpest. Der Zusatztank wird zukünftig nicht mehr verwendet, nur mehr der Haupttank – der hoffentlich sauber bleibt. Einpaar hundert Meter vom Campingplatz ist eine Tankstelle und Christian betankt den Haupttank. Danach geht es ein paar Kilometer weiter zum Krosslaug.
Einfach kitschig, ein Thermalpool im Nirgendwo mit Meerblick. Das Wetter ist auch gnädig und somit genießen wir das heiße Wasser und die Natur.

Es geht dann den ganzen Weg wieder retour bis zur 61. Im Steigrimsfjördur entdeckt Eva noch 2 Buckelwale ganz nah an der Straße. Unglaublich und sie zeigen uns zum Abschied auch noch die Fluke!
Tagesziel wäre heute der Campingplatz Reykjanes. Der ist aber geschlossen und wirkt auch nicht einladend. Neues Ziel ist Camping Heydalur an der 633. Volltreffer! Campingplatz mit Hotpots, eigener Biolandwirtschaft mit Restaurant und einer geschützten Campingplatzwiese.

Für 19 Uhr reservieren wir fürs Abendessen, diese Gelegenheit können wir nicht auslassen. Das Abendessen ist exzellent und wir fallen nach einer Flasche Rijocha müde in den Schlafsack

9.8.2020

Ein Tag zum vergessen. Regen die ganze Nacht und den ganzen Tag. Die Westfjorde grau in grau und die Landschaft kann man nur erahnen. Bei Saltverk kaufen wir Meersalz in verschiedenen Varianten. Im Smalltalk erzählt uns der Besitzer, das dies der schlechteste Sommer der letzten 20 Jahre ist – und wir sind dabei!!
 In Isafördur gehen wir für die nächsten Tage einkaufen. Sonst hat alles zu – nicht einmal einen Kaffee gibt es.

Tagesziel ist Pingeyri. Westfjorde hin oder her, bei diesem Wetter macht es keinen Sinn. Im netten Kaffeehaus stärken wir uns mit Waffel und Kaffee. Der Campingplatz ist hinter dem Hallenbad und hat super Sanitäranlagen. Gekocht wird im ebenfalls schönen Aufenthaltsraum mit Küche. Hauptsache warm und trocken. Die weitere Wetterprognose ist leider sehr bescheiden, aber was solls, irgendwann kommt auch die Sonne wieder.

10.8.2020

Die Nacht über hat es geregnet. Gefrühstückt wird im Aufenthaltsraum. Bei trüben Wetter suchen wir die Seetangwerkstätte, leider vergebens.
Über die 60er geht es Richtung Dynjandi. Er ist schon von Weitem gut zu erkennen. Der Parkplatz wurde großzügig ausgebaut und Campen ist mittlerweile auch verboten. Auch die Wege wurden erweitert und alles abgesperrt. Im Normalfall sind sie für den Touristenmassenansturm bestens gerüstet. Heute hält sich der Ansturm aber in Grenzen. Kaum oben angekommen, beginnt es wieder zu regnen. Schön ist der Wasserfall aber trotzdem – der schönste auf Island!
Etwas durchnässt geht es über die 60er weiter. Starker Nebel und Regen ermöglichen  nur die Sicht von einem Schneepflock zum anderen. Es ist zum Weinen , weil wir wissen wie schön es hier ist, und jetzt sieht man keine 50 Meter.
Patreksfjördur und Raudasandur streichen wir, es ist einfach sinnlos bei diesem Wetter. Es geht die 60er bei Regen und Sturm weiter Richtung 1er.
Nach einigen Campingplatzbesichtigungen landen wir in Varmaland auf einen überschwemmten Campingplatz. Keine Duschen aber warme Abwasch. Egal bei diesem Wetter.

11.8.2020

In der Früh ist es trocken und wir lüften die Schlafsäcke – nur kurz, denn nach 5 Minuten fängt es wieder zu Regnen an. Frühstück wird minimal erledigt. Dann geht es die 1er nach Reykjavik. Erster Stopp Outlet Iceware und North66. Nach einigen Einkäufen – mir war nicht mal nach Frustshopping zu mute – fahren wir in den Hafen um zu Parken.
Von da aus gehen wir bei strömenden Regen in die Stadt, essen Burger und nehmen einen Kaffee mit Waffeln. Trostlos!

Ziel ist heute Camping Pingvellir. Bei Regen kochen wir bei den überdachten Waschbecken Huhn süß Sauer mit Reis. Wir lachen und fühlen uns wie vor 30 Jahren am Weissensee (Kochen bei den WC Anlagen). Nach dem Essen duschen und in die Schlafsäcke. Heute war der beschissenste Tag bisher. 19 Tage unterwegs und 18 Tage mit Regen!!!

12.8.2020

Es gibt sie noch! Wir werden von der Sonne geweckt. Wir kennen uns gar nicht aus.
Frühstück im Freien – welch ein Lebensgefühl!
Gestärkt geht es Richtung Geysir. Zuerst eine 3 km Wanderung zum Burafoss – sehr schöner Wasserfall, dann Geysir und zum Abschluss Gullfoss. Die Besuchermengen sind überschaubar, kein einziger Bus steht auf den Parkplätzen.
In Fludir kaufen wir ein und übernachten auf einem einfachen, aber sehr schönen Campingplatz in der Nähe vom Hjalparfoss. Das Abendessen wird im Freien zubereitet und gegessen. Dies war der 2. regenfreie Tag seit wir auf Island sind!

 13.8.2020

Wir werden von Regen geweckt – wieder ein Tag zum Vergessen. Den Haifoss können wir im Nebel nur schemenhaft erkennen. Wir fahren weiter zu unserem Tagesziel Landmannalaugar. Einfach trostlos. Eva und ich nehmen ein Bad im warmen Bach. War auch schon mal wärmer. Die Quasi Covid Maßnahmen Blau, Grün, Orange und A/B sind ein netter Versuch, aber nicht in der Praxis umsetzbar. Das Waschhäuschen ist ein klassischer Hotspot. Da hilft nur Hausverstand und Maske.
Am Abend hört es zu Regnen auf und wir kochen im Freien. Dann ab in den Schlafsack.

14.8.2020

 Sonne – Frühstück im Freien! Danach eine 3 stündige Wanderung durch die wunderschöne Landmannalauga Landschaft. Traumhaft!

Nach einem Kaffee fahren wir über die 208 raus auf die 1er. Bei Eldgar wird noch der rechte vordere Dämpfer des Hilux angeschraubt – unglaublich wie das Fahrwerk bei den Pisten beanspruchtwird.
Tagesziel ist der Campinplatz Pakgil nähe Vik. 15 km Piste sind es von der 1er. Der Platz liegt in einem traumhaften Talschluss. Abendessen im Freien, aber im Schatten wird es rasch kühl.

15.8.2020

Sonnentag! Vom Platz geht es über Vik (Iceware, Supermarkt und Tanken) zur Reynirbeach. Besucherzentrum, großer Parkplatz und viele Leute. Trotzdem muss man es gesehen haben. Es sind noch viele Papageientaucher in der Luft.
Weiter über Skogafoss, Seljandsfoss lassen wir aus (großer, gebührenpflichtiger Parkplatz). Der Wasserfall in der Höhle ist faszinierend, der anschließende Campingplatz eher das Gegenteil. So fahren wir weiter. Laut Karte soll es eine Querverbindung der F261 zur Porsmörk geben. Hier wollen wir hin. Aber leider ist diese Querverbindung ein Kartenfehler und wir fahren weiter Richtung Maelifell. 2 Stunden rumpelt es ordentlich, aber dann kommen wir auf die Sandur und das Fahren wird angenehmer. Eine Furt durch einen Gletscherfluss ist etwas heftig, aber geht problemlos. Den Maelifell sehen wir im Abendlicht – wunderschön.
Übernachtet wird am Campingplatz für Wanderer Strutur. Ganz wenige Gäste und wunderschöne Lage. Er hat das letzte Wochende offen.

16.8.2020

Frühstück bei Sonne und Fahrt über die F210 und F232 durch eine traumhafte Landschaft Richtung 1er. Auf der 1er fallen uns ungewohnte Geräusche am Hilux auf. Beim nächsten Rastplatz finden wir wieder einmal ein Opfer der harten Pisten. Eine Schraube der Blattfedernaufhängung rechts vorne hat sich gelöst und die Feder liegt am Rahmen auf. In der Buschwerkstatt wird eine Schraube von einer hinteren Feder behelfsweise verwendet. Die hintere Aufhängung ist eh mit 2 Schrauben gesichert und sollte somit halten. Morgen werden wir eine Werkstatt aufsuchen um eine M14 Schraube zu erstehen.
Ein kurzer Abstecher beim Fjaðrárgljúfur Canyon – viele Gäste. Laki lassen wir angesichts der Hilux Wehwechen aus und fahren Richtung Skaftafell NP. Auch hier ausufernde Covid Maßnahmen, aber sonst sehr schön. Am Abend gehen wir bei Sonnenschein noch zum Svartifoss.

17.8.2020

Heute steht der Fjallsarlon und der Jökulsarlon am Programm. Alles wieder ordentlich ausgebaut und erweitert, aber besuchermäßig ok.
Erschreckend wie weit sich der Vatnajökul schon zurückgezogen hat. Der Klimawandel lässt grüßen, aber trotzdem ist dieser gigantische Gletscher immer wieder imposant.
In Höfen gehen wir einkaufen und suchen eine Werkstätte wegen der M14 Mutter für das Fahrwerk. Im Nu haben wir eine Werkstätte und die passende Mutter. Sehr freundlich und hilfsbereit diese Mechaniker in Island.
Am Weg nach Stokksnes werden die Hinterachsgeräusche des Hilux unerträglich. Wir beschließen wieder nach Höfn zur bereits bekannten Werkstätte zurück zu fahren. Der Mechaniker freut sich uns wieder zu sehen und wir besprechen das Problem. Meine Vermutung ist das Differenzial. Wir vereinbaren einen Termin für morgen 8 Uhr.
Am grindigen Campingplatz in Höfen übernachten wir.

18.8.2020

Nach einer unruhigen Nacht stehen wir pünktlich um 8 Uhr bei der Werkstätte. 2 Tage Reserve haben wir ja noch, hoffentlich lässt sich der Fehler beheben!
Nach einer Testrunde durch den Mechaniker kommt der Hilux auf die Hebebühne und wir mit Stethoskop abgehört. Die Diagnose ist nicht eindeutig – aber Differenzial vermutet der Mechaniker nicht. Zuerst wird das Differenzialöl abgelassen – klar und keine Späne! Erleiterung macht sich breit!

Dann prüft er nochmals die beiden Räder. Das linke Hinterrad gefällt ihn nicht, somit fängt er mit dieser Seite zum Ausbau an. Ruck Zuck ist die Steckachse ausgebaut und es fällt uns gleich das Radlager entgegen.
Die äußere Lagerschale ist zerbrochen. Gott sei dank habe ich einen kompletten Reparatursatz dabei.

2 Stunden später fahren wir mit einem neuen Radlager wieder aus der Werkstätte. Alles wieder gut!

Über Stokksnes geht es die 1er und den Öxi Pass nach Eglisstadir zum Campingplatz Hallormsstadur. Hier waren wir bereits 2014. Es hat sich nichts verändert, außer dass die Sanitäranlagen in den Jahren gelitten haben. Trotz Münzeinwurf bleiben die Duschen kalt. Wir reklamieren und bekommen das Geld zurück. Kalt bleit aber kalt.

19.8.2020

Nach einem gemütlichen Morgen geht es zum Hengifoss – ein anstrengende Wanderung von ca. 45 Minuten bei der man ganz schön ins Schwitzen kommt. Aber trotzdem schön.
Weiter über die 910 und 923 zum Studlagil Canyon. Wieder erschreckend wie hier ausgebaut wurde.
Am späten Nachmittag sind wir dann wieder in Eglisstadir. Tanken, Auto waschen, einkaufen. Im Cafe nehmen wir noch einen Abschiedskaffee. Für uns geht es nach Seydisfjördur zur Fähre und Christan fährt wieder zum Campingplatz Hallormsstadur. Er hat ja noch 5 Wochen in Island.
War eine schöne gemeinsame Zeit!

20.8.2020

Nach einer kalten Nacht kommt die Fähre überpünktlich an. Nachdem wir schon am Vortag eingecheckt haben, sind wir rasch an Board und nützen die überraschende Außenkabine für ausgiebige Körperpflege. Beim Auslaufen sitzen wir schon im Dinner bei einem Lachsbrötchen.

Am Abend wird die See rauer und mich erwischt die Seekrankheit. Der Abend ist gelaufen.

21.8.2020

Ein ruhiger Tag auf See. Den Abend genießen wir am Nörröna Buffet. Die Nacht ist wieder unruhig, aber mit Pulver ist es kein Problem.

22.8.2020

Die Fähre hat Verspätung und somit rollen wir erst um 14:30 von Board. Grenzkontrolle Dänemark kurz und sehr freundlich. 1600 km warten auf uns – es werden 2 lange Fahrtage. Hamburg, Hannover geht ohne Stau und schließlich beenden wir den Tag bei Kassel auf der Autobahn.

23.8.2020

Um 7 Uhr starten wir den Motor, Tanken gleich neben der Autobahn und weiter geht es. Geschlaucht erreichen wir um 16:30 Katzelsdorf. Der Hilux ist wie ein Uhrwerk gelaufen!

Ende gut alles Gut!

 

Resümee

Island ist nach wie vor traumhaft schön. Mit schlechtem Wetter muss man rechnen – einmal mehr oder weniger. Wir hatten diesmal eher viel mehr.

Dank Covid war es touristisch erträglich, obwohl doch viele Flugtouristen mit ihren Leihdacias unterwegs waren. Es fehlten aber die Asiaten und die Kreuzfahrtschiffe. Die Individualtouristen, wie wir, sind eine bescheidene Minderheit und fallen überhaupt nicht ins Gewicht. Eine normale Reisesaison möchten wir uns aber nicht vorstellen, da sind die Highlights uninteressant.
Island setzt leider voll auf Massentourismus. Dies ist auch überall ersichtlich (Absperrungen, Regeln, Gebühren, Touristenshops, …). Leider aber nicht bei den Sanitäreinrichtungen auf den Campingplätzen. Die sind teilweise wie vor 20 Jahren. Hier ist noch viel Luft nach oben.
Die isländischen KFZ Werkstätten sind mehr als hilfsbereit und helfen spontan und ohne Bürokratie. Auch preislich erschwinglich.
Grundsätzlich ist das Preisniveau gegenüber 2014 nicht höher. Im Gegenteil, Diesel war sogar billiger (ca. 1,30€).
Ob wir nochmals fahren, wissen wir heute noch nicht. Wenn, dann länger (mind. 6 Wochen) damit man Schlechtwetter aussitzen kann und abseits der Ringstrasse, wo hoffentlich der Massentourismus noch länger nicht ankommt.

Die Bilder